Vielen Dank…sag es doch einfach mal :)

Vielen Dank…zwei auf den ersten Blick unscheinbare Worte, die auf den zweiten Blick alles bedeuten und so viele  Möglichkeiten bieten. Warum? Weil sie viel zu selten gedacht und gesagt werden und wir vergessen, dass sie Liebe und die oft unterschätzte Wertschätzung schenken. Eine verbale Umarmung, die einen Samen in unserem Gegenüber pflanzt, mit dem Potential ein wunderschöner kraftvoller Baum zu werden. Wir sind immer schnell dabei alles zu bewerten, zu kategorisieren und zu kritisieren. Unser Geist möchte Spaß haben, komme was wolle, und es soll alles funktionieren, bitte reibungslos und möglichst sofort. Dass wir in einem Land leben, in dem es uns gut geht, wir Hilfe bekommen, wenn wir sie brauchen, das wird viel zu selbstverständlich hingenommen. Mit einem Mann, der seit 25 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr tätig ist und einem Umfeld, welches medizinische Notfallhilfe und tägliche Schmerzhilfe leistet, Mediationen durchführt, Menschen auf ihrem letzten Weg liebevoll begleitet und Kindern hilft, die durch viel körperliches Leid gehen müssen, ist mir bewusst, dass NICHTS selbstverständlich ist.

Leider wird die empfundene eine missglückte Sache über alle wunderbaren Momente gestellt. Gerade wurde mir nach einer Woche schönstem Badeurlaub erzählt, dass die Rückfahrt ein Desaster war. Nach minutenlangen Ausführungen, was in den vier Stunden alles schief ging, fragte ich noch einmal nach, wie denn die restlichen sieben Tage waren. Sie waren gut. Diesen Satz auszusprechen dauerte leider nur ein paar Sekunden.

Dankbarkeit ist wie ein Muskel, den man trainieren kann, wie eine meiner Lehrerinnen gerne zu sagen pflegte. Für eine Dankbarkeitsmeditation, in der du allen dankst, die dich zu dem gemacht haben, der du bist, suchst du dir am besten ein stilles Plätzchen und schließt die Augen. Atme ein paar Mal tief durch, und dann beginne mit der Einatmung zu denken „Liebe, Segen, Dankbarkeit für…“, und mit der Ausatmung denkst du innerlich den Namen der Person, der du danken möchtest. Jeder Zyklus wird einem anderen Menschen oder Tier gewidmet. Ich danke am Schluss, nach ein paar Minuten, immer gerne dem Universum für alles, was ich erleben darf und durfte. Das Schöne ist, dass wir schnell in die Fülle zurückkommen, weil uns bewusst wird, dass wir doch mehr vom Leben bedacht werden als uns manchmal bewusst ist…ein zutiefst dankbares Namasté

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Never change a winning team…

Von Zeit zu Zeit frage mich als Yogalehrerin immer mal wieder, ob eine Routine in der Yogapraxis eigentlich langweilig werden muss. Seit 13 Jahren begleiten mich Sonnengrüße, herab- und heraufschauende Hunde, Bäume, unzählige Krieger in den verschiedensten Ausführungen und viele andere Haltungen sowie Atemtechniken (Pranayama) sowie meine Meditationspraxis. Sie alle umgeben mich wie gute Freunde und sind genauso verlässlich und inspirierend. Wenn auch mal etwas Neues dazukommt, so ist es doch, als würde ich gute Bücher wieder und wieder lesen. Oft darüber nachgedacht, gerade in Bezug auf meinen Unterricht, habe ich in den letzten Wochen ein Ritual mit einer lieben Freundin entwickelt. Dienstags für ca. 40 Minuten trinken wir gemeinsam einen Kaffee oder Tee in einem kleinen Kirchengarten. Es ist ein unkompliziertes Miteinander, bei dem wir die kleinen und großen Fragen unseres Lebens besprechen, uns trösten, miteinander lachen und uns inspirieren. Die Uhrzeit steht fest, weil es anders nicht machbar ist, wir entscheiden uns meistens für denselben Latte Macchiato, weil es gerade so gut tut, wir sitzen an ein und demselben Platz, weil der Garten klein ist. Und?…wirst du dich jetzt fragen…Was passiert dann? Nichts…die liebgewordene Routine hilft uns, uns treiben zu lassen, und aus 40 Minuten werden gefühlte Stunden. Es ist großartig, befreiend und so verlässlich. Zurück auf meiner Matte habe ich mich direkt am nächsten Tag dafür bedankt, dass ich sie nur ausrollen muss und den Alltag Alltag sein lassen darf. In dem Moment, in dem ich mich auf meine Matte begebe, betrete ich ein energetisches Feld, das über lange Zeit von vielen großen Yogis aufgebaut und gehütet wurde und von Generation zu Generation weiter gegeben wird. Es ist wie ein nach Hause kommen. Die Haltungen, auch wenn sie heißen, wie sie heißen, fühlen sich jedes Mal anders an, denn sind wir mal ehrlich, kein Tag gleicht dem anderen. Das macht es uns möglich, immer tiefer in unsere ganz individuelle Praxis einzutauchen. Wir bekommen die Chance, vermeintlich gleiche Praktiken aus unterschiedlichen Blickwinkeln wahrzunehmen. Dadurch entwickelt sich ein Vertrauen und lässt uns zu wahren Kennern unseres Selbst werden. Ein weiterer besonderer Aspekt ist, dass wir unseren Geist viel schneller eingefangen bekommen und beruhigen können, wenn wir uns auf einen roten Faden verlassen können. Dann sind auch mal Ausnahmen viel besser zu genießen, die die bekannte Regel bestätigen.

Ein verlässliches Namasté,

Michaela Wendt

 

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