Mauna… Stille, die Sprache der Seele

Während meines Teacher-Trainings, meiner Yogalehrer-Ausbildung, kam ich das erste Mal mit dieser Methode in Kontakt. Mauna, das bewusste Schweigen. Als kleines Mädchen habe ich morgens direkt mit dem Aufwachen losgeplappert. Nach einer langen Nacht  hatte ich so unendlich viel mitzuteilen. Meine  Eltern und meine Schwester hat dieses Phänomen, als Morgenmuffel,  schier zur Verzweiflung gebracht. Noch heute ist mir ein verbaler Austausch wichtig und in einem männerdominierten Haushalt halte ich mit meiner Vielzahl an Worten täglich den Rekord. Aber ich weiß mittlerweile auch, dass es Momente gibt, in denen es besser ist mal nichts zu sagen. Das wir über unsere verbalen Äußerungen immens viel Energie verbrauchen war mir damals ebenso wenig bewusst  wie die Tatsache, dass sich manche Dinge auch ohne großen Austausch erledigen. Der erste Morgen der yogischen Praxis Mauna, in der wir angehalten wurden nicht zu grüßen, sprechen oder anderweitigen, unnötigen Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen, war mehr als ungewohnt.  Hatten wir am ersten Morgen  noch das Gefühl unhöflich unserem Gegenüber zu sein, genossen wir allerdings den zweiten Morgen bereits. Warum? Weil es so wunderbar ist  mit seiner Yogapraxis zu beginnen ohne vorher schon vom Weltgeschehen erfahren zu haben, das nur mitgeteilt wurde um des Redens Willen. Sobald wir anfangen uns wie auch immer mitzuteilen, treten wir aus unserem inneren Kraftfeld heraus. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns nach langen Tagen mit vielen Telefonaten und Gesprächen ausgelaugt und fern von unserer Mitte fühlen. Yogis, die nach derartigen Tagen zu mir in die Yogastunde kommen, erreichen ihre Matte meistens mit letzter Kraft, wenigen Nerven und wissen auf die Frage, wie es ihnen ginge selten eine Antwort. Im Zeitalter unserer mobilen Vernetzung wird die Abgrenzung nach außen nicht einfacher. Ich habe aus diesem Grund lange auf ein Handy verzichtet und wurde oftmals merkwürdig beäugt, wenn ich einfach nur so im Café saß und gedankenversunken in meinem Milchschaum herumrührte. Ein Luxus, den ein Kollege so beschrieb: „Während andere Bücher mit dem Titel „Raus aus der Kommunikationsfalle“  lesen, schmeißt du es einfach weg.“  Mittlerweile bin auch ich vernetzt. Nicht maximal, aber ich lebe nicht mehr so ganz auf einer einsamen Insel. Der größte Nutzen von Mauna  für unsere Yogapraxis auf und neben der Matte ist, dass wir zentriert bleiben und unser Tun eine wunderbare Intensität bekommt. Dann finden wir wieder unsere Anbindung zu unserem wahren Selbst, unserer Seele, dem Atma.

Es ist, als würden wir unseren Erdbeerbecher mit extra viel Sahne essen…ein stilles Namasté

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Never change a winning team…

Von Zeit zu Zeit frage mich als Yogalehrerin immer mal wieder, ob eine Routine in der Yogapraxis eigentlich langweilig werden muss. Seit 13 Jahren begleiten mich Sonnengrüße, herab- und heraufschauende Hunde, Bäume, unzählige Krieger in den verschiedensten Ausführungen und viele andere Haltungen sowie Atemtechniken (Pranayama) sowie meine Meditationspraxis. Sie alle umgeben mich wie gute Freunde und sind genauso verlässlich und inspirierend. Wenn auch mal etwas Neues dazukommt, so ist es doch, als würde ich gute Bücher wieder und wieder lesen. Oft darüber nachgedacht, gerade in Bezug auf meinen Unterricht, habe ich in den letzten Wochen ein Ritual mit einer lieben Freundin entwickelt. Dienstags für ca. 40 Minuten trinken wir gemeinsam einen Kaffee oder Tee in einem kleinen Kirchengarten. Es ist ein unkompliziertes Miteinander, bei dem wir die kleinen und großen Fragen unseres Lebens besprechen, uns trösten, miteinander lachen und uns inspirieren. Die Uhrzeit steht fest, weil es anders nicht machbar ist, wir entscheiden uns meistens für denselben Latte Macchiato, weil es gerade so gut tut, wir sitzen an ein und demselben Platz, weil der Garten klein ist. Und?…wirst du dich jetzt fragen…Was passiert dann? Nichts…die liebgewordene Routine hilft uns, uns treiben zu lassen, und aus 40 Minuten werden gefühlte Stunden. Es ist großartig, befreiend und so verlässlich. Zurück auf meiner Matte habe ich mich direkt am nächsten Tag dafür bedankt, dass ich sie nur ausrollen muss und den Alltag Alltag sein lassen darf. In dem Moment, in dem ich mich auf meine Matte begebe, betrete ich ein energetisches Feld, das über lange Zeit von vielen großen Yogis aufgebaut und gehütet wurde und von Generation zu Generation weiter gegeben wird. Es ist wie ein nach Hause kommen. Die Haltungen, auch wenn sie heißen, wie sie heißen, fühlen sich jedes Mal anders an, denn sind wir mal ehrlich, kein Tag gleicht dem anderen. Das macht es uns möglich, immer tiefer in unsere ganz individuelle Praxis einzutauchen. Wir bekommen die Chance, vermeintlich gleiche Praktiken aus unterschiedlichen Blickwinkeln wahrzunehmen. Dadurch entwickelt sich ein Vertrauen und lässt uns zu wahren Kennern unseres Selbst werden. Ein weiterer besonderer Aspekt ist, dass wir unseren Geist viel schneller eingefangen bekommen und beruhigen können, wenn wir uns auf einen roten Faden verlassen können. Dann sind auch mal Ausnahmen viel besser zu genießen, die die bekannte Regel bestätigen.

Ein verlässliches Namasté,

Michaela Wendt

 

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Entspannung “to go”

das klingt erst einmal wie ein Widerspruch. Heutzutage gibt es fast alles „zum schnellen Mitnehmen“, das Tempo des Berufs- und Alltagslebens hat diese Art des schnellen Konsums erforderlich und erfolgreich gemacht. Auch die Freizeit wird von vielen eher dazu genutzt, möglichst viel zu erleben, so dass es oftmals zu einem Ungleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung kommt. Der Körper und die Psyche des Menschen sind dadurch dauerhaft Stress ausgesetzt. Der dazu kommende Mangel an Bewegung verhindert den Abbau der ausgeschütteten Stresshormone. Um dem etwas entgegenzusetzen, bedarf es regelmässigen Phasen des inne Haltens und Abstand Gewinnens. Tatsächlich hält der Alltag nicht immer die Möglichkeit vor, ausgedehnte Wellness-Rituale zu integrieren, daher möchten wir hier auf ein paar Möglichkeiten hinweisen, wie mit Hilfe kleiner stets frei verfügbarer Mini-Auszeiten chronische Spannungszustände gelöst werden können. Der to go-Gedanke bezieht sich somit darauf, dass alle Anregungen aus dem Stegreif umzusetzen sind, d.h. keiner bis weniger Hilfsmittel bedürfen und nichts kosten:

1. Atemübung
Atmen Sie / Atme einmal tief ein, halten Sie / halte die Atmung kurz an und zählen Sie / zähle 22,23,24, um dann auf 23,24,25 wieder auszuatmen. Diese kleine Übunung kann in fast jeder Situation augeübt werden, in der man merkt, dass die Atmung in Stresssituationen schnell und flach wird.

2. Spaziergang an der frischen Luft

Entkommen Sie / Entkomme den einseitigen Haltungsmustern (sitzen, stehen), indem Sie / Du die Mittagspause und / oder den Feierabend für einen zügigen Spaziergang nutzen / nutzt. Damit kann man der nachlassenden Konzentration und Ermüdung sowie dem Leistungs- und Stimmungsabfall entgegenwirken, denn die Bewegung an der frischen Luft fördert nicht nur die Sauerstoffzufuhr, sondern auch die Aufnahme von Sonnenlicht. Sollte es einmal gar nicht möglich sein, vor die Tür zu gehen, so öffnen Sie / öffne das Fenster, und nehmen Sie / nimm ein paar tiefe Atemzüge. Auch regelmässiges Stoßlüften sorgt für die nötige Frischluftzufuhr.

3. Palmieren
Reiben Sie / Reibe die Handflächen solange aneinander, bis diese warm sind, legen Sie / lege sie dann auf die geschlossenen Augen. Stellen Sie sich / stelle dir die Farbe schwarz vor. Diese einfache Übung wird Ihre / Deine Augen entspannen und kann beliebig oft wiederholt werden.

4. Mini-Meditation
Lehnen Sie sich / Lehne dich zurück, schliessen Sie / schließe die Augen. Atmen
Sie / Atme weich und sinken Sie / sinke mit jedem Atemzug ein wenig tiefer in Ihren / deinen Körper. Wandern Sie / wandere vom Kopf zum Oberkörper, vom Oberkörper zum Bauch, vom Bauch zu den Hüften, weiter zu den Beinen und schliesslich zu den Füssen. Lassen Sie Ihre / Lass Deine Aufmerksamkeit immer tiefer in die Erde sinken. Spüren Sie / Spüre die lebendige Energie. Erlauben Sie sich / Erlaube dir, dich in der Erde zu verankern. Lassen Sie / Lass die Energie dann immer weiter nach oben steigen, von den Füssen zu den Beinen, weiter zu den Hüften, zum Bauch, in den Oberkörper und in die Arme, schliesslich zum Kopf. Spüren Sie / Spüre die Energie und die neue Kraft, die daraus erwächst. Kommen Sie / Komm dann mit Ihrer / Deiner Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt zurück, bewegen Sie / bewege Hände und Füsse, strecken Sie sich / strecke Dich und geben Sie sich / gib Dir noch einen Moment Zeit nachzuspüren.

5. Schläfenmassage
Üben Sie / Übe mit kreisenden Bewegungen durch Zeige- und Mittelfinger bis zu fünf Minuten leichten Druck auf die Schläfen aus. Alternativ: Lokalisation über den Augenbrauen, auf der Stirn oder an der Nasenwurzel. Wer Pfefferminzöl zur Hand hat, der kann hierzu auch ein paar Tropfen des Öls auftupfen – dies hat einen zusätzlich erfrischenden und entspannenden Effekt.

6. Dankbarkeitsübung
Denken Sie / Denke an eine Person und / oder ein Ereignis, für das Sie / Du besonders dankbar sind / bist. Spüren Sie / Spüre den positiven Gefühlen nach, die diese Erinnerung bei Ihnen / Dir auslöst. Wiederholen Sie / wiederhole dies mehrmals pro Woche. Dankbarkeit bringt Zufriedenheit und Gelassenheit mit sich. Wer die Dankbarkeit in sein Leben lässt, der wird sich schnell ausgeglichener fühlen und schneller zur Ruhe kommen.

7. Wasser trinken
Wann immer Sie sich / Du dich müde, abgeschlagen und geistig erschöpft fühlen / fühlst, denken Sie / denke auch daran, dass Sie / du über den Tag verteilt ausreichend Wasser trinken / trinkst (1,5-2 Liter). Denn ein Wasserdefizit kann auf die Stimmung drücken – umgekehrt hält uns die ausreichende Wasserzufuhr psychisch fit.

8. Powernap
Powernap steht für kurzen Powerschlaf. Er sollte zwischen 15 und 25 Minuten dauern und zeitlich zwischen 13 und 16 Uhr angesiedelt sein. Denken Sie dran, jegliche Störquellen abzuschalten (Telefon, Computer und andere Lärmquellen), um wirklich abschalten zu können. Da Koffein seine Wirkung nach ca. 20 Minuten entfaltet, trinken Sie / trinke den Espresso bzw. Kaffee vorher. Nach dem Aufwachen gönnen Sie sich / gönne Dir noch einige Minuten und denken Sie / denke an etwas Positives.

9. Musik hören
Wählen Sie / Wähle ein Medium, über das Sie / Du am liebsten Musik hören / hörst. Lassen Sie / Lass die Musik auf sich / dich wirken und ihre beruhigende Wirkung entfalten. Musik weckt Emotionen und Erinnerungen – welche Musik diesen Prozess in Gang setzt kann grundsätzlich sehr unterschiedlich sein, erlaubt ist, was gefällt. Üblicherweise eignet sich Instrumentalmusik besonders, das Tempo sollte in etwa dem Herzschlag entsprechen und konstant sein. Auch Singen kann eine beruhigende und entschleunigende Wirkung haben.

10. Tanzen
Ob einstudierte Tanzschritte oder Improvisation – Tanzen wirkt entspannend. Sich zur Musik zu bewegen ist eine Wohltat für die Seele. Und es ist nie zu spät damit anzufangen.

11. Nichts tun
Suchen Sie sich / Suche dir ein geeignetes Plätzchen, und lassen Sie sich / lass Dich einfach einmal auf das Experiment ein, für einen Moment rein gar nichts zu tun. Haben Sie / Hab keine Angst, Zeit zu verlieren bzw. unproduktiv zu sein – vielleicht wird Ihnen / Dir dadurch ein wertvoller Moment der Entspannung geschenkt.

In diesem Sinne: Nehmen Sie sich / Nimm Dir von diesen Anregungen, was immer sie / dich anspricht! Wir wünschen Gute Erholung!

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