Advent, Advent…

Morgen ist es soweit und die Adventszeit beginnt. Als Kinder haben meine Schwester und ich uns immer so sehr auf diese besonderen Wochen im Jahr gefreut. Morgendliche Adventsgeschichten am Frühstückstisch, Clementinenduft im Haus und Mamas selbstgemachter Adventskalender. Zwei größere Holzplatten waren von meiner Mutter mit rotem und blauem Filz bezogen und mit liebevollen Filzmotiven beklebt. An kleinen goldenen Ringen hingen für jede von uns 24 schön eingepackte Päckchen. In der Nacht auf den ersten Dezember wurden sie in unserem Zimmer aufgehängt, während wir schliefen. Meine Schwester und ich stellten uns immer vor, dass es die Engel des Weihnachtsmanns waren. Es hatte etwas Magisches und die kleinen Köstlichkeiten schmeckten besonders.
Nun mache ich seit 16 Jahren Adventskalender und freue mich jedes Jahr sehr, dieses  Gefühl weitergeben zu dürfen.
Wie kleine Schätze werden die Päckchen von unseren Söhnen immer behandelt und das glitzernde Papier zum Teil aufbewahrt.

„Sind eure Jungs aus dem Alter nicht langsam raus?“, fragte mich vor einigen Wochen eine Bekannte. Ich musste an diesem Abend lange über diese Frage nachdenken. Nicht, ob es diese Jahr wieder 48 Päckchen geben sollte, sondern darüber, wer eigentlich bestimmt, wann wir keine Kinder mehr sind. Freuen wir uns nicht, wenn uns ein Kaffee, Tee oder leckeres Essen zubereitet wird? Entspannt nicht schon der Gedanke, dass uns die Wärmflasche im Bett erwartet? Vorbereitet von einem lieben Menschen? Pausenbrote schmecken in jedem Alter gleich viel köstlicher, mit dem Gedanken, dass sich Mama, Papa oder ein anderer lieber Mensch morgens um 6 Uhr Gedanken um einen gemacht hat. Als ich vor ein paar Tagen viel zu spät das Haus verließ, hatte mein lieber Mann die Windschutzscheibe meines kleinen Autos schon von einer frostigen Schicht befreit…was für eine Freude.

Es ist ja nicht so, dass wir unseren Alltag nicht auch alleine meistern könnten, aber mein inneres Kind wird in diesen Momenten immer sehr berührt. Ich finde es ist egal ob wir 5, 15, 45 oder 95 Jahre alt sind, um liebevoll bedacht und überrascht zu werden. Wir sollten nie zu alt sein, um uns ein Lächeln ins Gesicht und in unser Herz zaubern zu lassen. Gerade in diesen unruhigen Zeiten ist es meiner Meinung nach wichtiger denn je. Wenn wir es schaffen das innere Kind eines anderen zu berühren, dann geben wir ihm mehr als nur eine warme Mahlzeit oder die Möglichkeit, auf einer schon ausgerollten Matte, Yoga zu üben.
Wir zeigen unseren Mitmenschen viel mehr, dass wir sie wertschätzen, sehen und lieben. Die Vernunft darf dabei gerne mal außer Acht gelassen und dafür sollten Möglichkeiten geschaffen werden, die das innere Kind zum Lachen bringen und die Seele tanzen lassen.

Ein bisschen schmunzeln musste ich dann, als ich die besagte Bekannte vor ein paar Tagen beim Einkaufen wiedersah. Sie war noch auf der Suche nach ein paar letzten Kleinigkeiten für den Adventskalender ihres Mannes…ein adventliches Namasté

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Alle Jahre wieder

Ich bin jedes Jahr wieder überrascht, wie früh ich in den Geschäften Lebkuchen, Christstollen und andere weihnachtliche Produkte kaufen könnte.  Ich schreibe bewusst könnte, weil es für mich unvorstellbar ist, bereits Anfang September über Adventstee und Spekulatius nachzudenken. Nun ist es mittlerweile Mitte November und um mich herum, in meinem Bekannten- und Freundeskreis ist eine gewisse Unruhe spürbar. Die Jagd nach Geschenken hat begonnen und damit einer der stressigsten Zeiten des Jahres. Ich erinnere mich, dass mein Vater die Weihnachtszeit nie mochte, weil er das Schenken als sehr anstrengend empfand. In meiner Familie haben wir deshalb vor vielen Jahren beschlossen, nur noch unseren Kindern eine Kleinigkeit zu schenken. Das bedeutet nicht, dass uns der andere ein Geschenk nicht wert ist, aber der Trubel rund um Materielles schien uns einfach nicht sinnvoll.
Was wir innerhalb unserer Familie allerdings gerne tun, ist uns gegenseitig zu helfen. Ganz nach dem Motto „Einer für alle und alle für einen“, können wir uns alle aufeinander verlassen und sind das ganze Jahr füreinander da…was für ein Geschenk!!

Es gibt im Hinduismus den Karma Yoga. Karma Yoga ist das selbstlose Handeln, bei dem wir unser tägliches Tun dem Göttlichen widmen, ohne dafür etwas zu erwarten. Wir handeln aus der tiefe unseres Herzens und erfreuen uns daran zu tun, was zu tun ist. Dafür brauchen wir keinen Dank, keinen materiellen Ausgleich und vor allem kein Lob.
Wir schenken unser Handeln mit Liebe und Demut vor der Schöpfung, ganz egal, ob wir Geschirr spülen, unserer beruflichen Arbeit nachgehen oder ein Hobby ausüben. Das Wohl des anderen und des großen Ganzen liegt uns am Herzen.

Aus diesem Grund haben wir uns als Praxisteam dieses Jahr für eine besondere vorweihnachtliche Aktion entschieden. Anstatt uns täglich etwas aus dem Adventskalender zu nehmen, möchten wir täglich etwas geben und haben die „Suspended Osteopathy Aktion“ ins Leben gerufen. Vielleicht kennst du das Angebot einiger Cafés des „Suspended Coffees“. Du trinkst einen Kaffee und bezahlst zwei und wenn jemand sich einen Kaffee nicht leisten kann, dann hast du ihn schon bezahlt. Wir wünschen uns, dass die Vorweihnachtszeit genutzt wird, um durch Spenden vielen Menschen, zum Beispiel alleinerziehenden Müttern und Vätern, Rentnern und Arbeitssuchenden, eine osteopathische Behandlung zu ermöglichen. Am Ende der Adventszeit wird es mit unser aller Hilfe möglich sein, Terminanfragen an Menschen vergeben zu können, die sonst nicht hätten kommen können. Wenn du etwas für dieses Projekt geben möchtest, dann informiere dich gerne auf www.betterplace.me/suspended-osteopathy oder sprich uns in der Praxis jederzeit gerne an.

Wenn ich etwas besonders am Karma Yoga, dem selbstlosen Geben oder Handeln liebe, dann sind es die berührenden Momente, die sich daraus ergeben. Füreinander da zu sein, dass schafft nicht nur Nähe, sondern macht unser aller Leben auch ein Stück weit leichter…ein berührtes Namasté

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Happy Birthday

 


Om Tryambakam Yajāmahe

Sugandhim Pushtivardhanam
Urvārukamiva Bandhanān
Mrityor Mukshīya Māamritāt

Wir verehren die höchste kosmische Wirklichkeit,
die überallhin ausstrahlt und das Wohlergehen aller Wesen bewirkt.
Möge diese höchste Wirklichkeit uns innerlich reifen lassen,
sodass wir die höchste Unsterblichkeit erfahren.

Der Oktober ist für mich immer ein besonderer Monat, weil viele Herzensmenschen von mir Geburtstag haben.
Die besondere Atmosphäre dieses Monats, das bunt der Blätter, die kühlere Luft und das bezaubernde Licht, scheint allen Geburtstagskindern eine besonders schöne Zeit machen zu wollen. Als würde das Leben selbst noch einmal feiern, bevor die Winterruhe kommt.

Gewöhnlich backen wir unseren Liebsten am Geburtstag einen Kuchen, zünden Kerzen an und singen ein Geburtstagslied. Auf meinem Yogaweg durfte ich das Tryambakam Mantra kennenlernen. Es ist ein wunderschönes Mantra, welches gerne an Geburtstagen gechantet (gesungen) wird, weil es als Schutz-, Heil- und Segensmantra gilt.
Das Maha Mritynjaya Mantra, wie es auch genannt wird, ist eines der ältesten und kraftvollsten Mantren. Gechantet soll es uns helfen die Angst vor dem Tod zu überwinden. Die Erkenntnis, dass unsere Seele, unser Atman, unsterblich ist, kann in uns einen tiefen, kraftvollen Frieden entstehen lassen. Für mich bedeutet das Fliegen im Flugzeug immer ein bisschen Stress, weil ich doch lieber mit den Füßen auf dem Boden stehe. Deshalb habe ich mir angewöhnt, dass Tryambakam Mantra während der Reise zu rezitiere und spüre dann immer schnell die beruhigende Wirkung, die es auf mich hat.

Ein besonders schöner Gedanke ist, dass wir lieben Menschen über die Entfernung Kraft, Liebe und einen Segen schicken können, wenn wir es unserem Herzensmenschen widmen.

Wenn du neugierig geworden bist, dann stöbere im Internet nach deiner Lieblingsversion, setze dich an einen ruhigen Ort und lasse dich von diesem kraftvollen Mantra tragen oder singe es an einem der nächsten Geburtstage einfach mal  für deinen Herzensmenschen…ein glückwünschendes Namasté

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Vielen Dank…sag es doch einfach mal :)

Vielen Dank…zwei auf den ersten Blick unscheinbare Worte, die auf den zweiten Blick alles bedeuten und so viele  Möglichkeiten bieten. Warum? Weil sie viel zu selten gedacht und gesagt werden und wir vergessen, dass sie Liebe und die oft unterschätzte Wertschätzung schenken. Eine verbale Umarmung, die einen Samen in unserem Gegenüber pflanzt, mit dem Potential ein wunderschöner kraftvoller Baum zu werden. Wir sind immer schnell dabei alles zu bewerten, zu kategorisieren und zu kritisieren. Unser Geist möchte Spaß haben, komme was wolle, und es soll alles funktionieren, bitte reibungslos und möglichst sofort. Dass wir in einem Land leben, in dem es uns gut geht, wir Hilfe bekommen, wenn wir sie brauchen, das wird viel zu selbstverständlich hingenommen. Mit einem Mann, der seit 25 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr tätig ist und einem Umfeld, welches medizinische Notfallhilfe und tägliche Schmerzhilfe leistet, Mediationen durchführt, Menschen auf ihrem letzten Weg liebevoll begleitet und Kindern hilft, die durch viel körperliches Leid gehen müssen, ist mir bewusst, dass NICHTS selbstverständlich ist.

Leider wird die empfundene eine missglückte Sache über alle wunderbaren Momente gestellt. Gerade wurde mir nach einer Woche schönstem Badeurlaub erzählt, dass die Rückfahrt ein Desaster war. Nach minutenlangen Ausführungen, was in den vier Stunden alles schief ging, fragte ich noch einmal nach, wie denn die restlichen sieben Tage waren. Sie waren gut. Diesen Satz auszusprechen dauerte leider nur ein paar Sekunden.

Dankbarkeit ist wie ein Muskel, den man trainieren kann, wie eine meiner Lehrerinnen gerne zu sagen pflegte. Für eine Dankbarkeitsmeditation, in der du allen dankst, die dich zu dem gemacht haben, der du bist, suchst du dir am besten ein stilles Plätzchen und schließt die Augen. Atme ein paar Mal tief durch, und dann beginne mit der Einatmung zu denken „Liebe, Segen, Dankbarkeit für…“, und mit der Ausatmung denkst du innerlich den Namen der Person, der du danken möchtest. Jeder Zyklus wird einem anderen Menschen oder Tier gewidmet. Ich danke am Schluss, nach ein paar Minuten, immer gerne dem Universum für alles, was ich erleben darf und durfte. Das Schöne ist, dass wir schnell in die Fülle zurückkommen, weil uns bewusst wird, dass wir doch mehr vom Leben bedacht werden als uns manchmal bewusst ist…ein zutiefst dankbares Namasté

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