Aber morgen ganz bestimmt ;)

Wer kennt ihn nicht, den inneren Schweinehund. Wie ein treues Haustier schleicht er täglich um uns herum und hat leider auch vor unserer Yogamatte keinen Respekt. Im Gegenteil. Haben wir abends noch den guten Vorsatz unseren Wecker 30 Minuten früher als sonst zu stellen, um ein paar Sonnengrüße zu üben und vielleicht ein paar Minuten zu meditieren, sieht es morgens um 5 Uhr schon ganz anders aus. Der innere Schweinehund liegt wie aus dem Nichts neben uns im Bett und drückt im Fünf-Minutentakt die Snoozle-Taste. Wir denken uns, dass wir unser Vorhaben einfach auf morgen verschieben, drehen uns um und schlafen weiter. Auch ich kenne hin und wieder dieses Gefühl, dass alles wichtiger im Leben scheint, als die Yogamatte auszurollen, obwohl ich doch weiß, wie gut mir meine eigene Praxis tut.

An solchen Tagen trickse ich das süße Tierchen einfach aus, indem ich den ganzen Tag zu meiner Übungspraxis ernenne. Im Bett setze ich eine Intention für den Tag. Das bedeutet, dass ich meinen Tag jemandem oder etwas widme, dann habe ich gleich eine innere Ausrichtung. Mit dem Aufstehen nutze ich jede Gelegenheit, um achtsam und bewusst atmend den Alltag zu leben und immer wieder auch Yogahaltungen einfließen zu lassen. Beim Zähneputzen stehe ich gerne im Baum (Vrksasana) und föhne die Haare in der gegrätschten Vorwärtsbeuge (Prasaritta Padottanasana). Auf das Teewasser warte ich im gedrehten Stuhlsitz (Parivrtta Utkatasana) und halte für ein paar Atemzüge inne, wenn ich unseren Kater von seiner nächtlichen Tour reinlasse. Auf dem Schreibtischstuhl kann man hervorragend den Drehsitz (Ardha Matsyendrasana) üben und die Treppe Schritt für Schritt ganz achtsam hinaufgehen. Telefonate werden den ganzen Tag über mit voller Aufmerksamkeit erledigt, wie möglichst alles andere auch. Wie oft tun wir mehrere Dinge gleichzeitig und haben am Ende doch nur die Hälfte geschafft. Den dabei verlegten Schlüssel zu suchen, dass kostet nochmal extra Energie. Nach einem langen Tag auf den Beinen sitze ich gerne auf dem Wohnzimmerboden und erledige meine Post. Erst einmal unten angekommen ergeben sich aus einem körperlichen Bedürfnis heraus die nächsten Haltungen. Vielleicht beugst du dich über deine gestreckten Beine nach vorne und dehnst dabei deine Beinrückseiten (Parsvottanasana). Fühle dabei in dich hinein, was sich für dich gerade gut anfühlt, um den Tag hinter dir lassen zu können.

Ich beende meinen Tag gerne mit einem Blick in den Sternenhimmel und einigen meditativen Minuten. Im Bett kannst du deine Atmung noch einmal bewusst beobachten und freust dich dann, dass morgen alles anders werden kann und nichts zu ernst genommen werden sollte….ein optimistisches Namasté

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Intermittierendes Fasten

„Ich überlege noch, worauf ich in der Fastenzeit verzichten will. Ich denke, es werden wohl Weltraumspaziergänge.“

Dieser Spruch ist uns neulich ins Auge gefallen, und wir mussten wirklich lachen, denn wir alle kennen das. Wir wissen, es wäre besser für uns, wenn wir uns gesünder ernähren, mehr bewegen und erholsam schlafen. Trotzdem finden wir alle möglichen sinnigen und unsinnigen Ausreden, wenn es darum geht, wirklich damit anzufangen. Nichtsdestotrotz kann es sich für uns lohnen, unseren inneren Schweinehund zu besiegen.

Als Fasten wird die völlige oder teilweise Enthaltung von allen oder bestimmten Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg, üblicherweise für einen oder mehrere Tage, bezeichnet. Beim intermittierenden Fasten – auch Warrior-Diät genannt – geht es dagegen um einen bestimmten Essrhythmus, d.h., es geht nicht um den völligen Verzicht, sondern vielmehr darum, zu bestimmten Zeiten bzw. in bestimmten Abständen zu essen.

Die Regeln des intermittierenden Fastens

1. In einem Zeitfenster von mindestens 12 Std. wird nichts zu sich genommen. Ausnahme ist stilles Wasser.
2. Je größer das Intervall, desto besser die Ergebnisse: also 14 oder 16 Stunden Fastenzeit bringt „bessere“ Ergebnisse als 12 Std.
3. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, das Intervall (spätestens) um 18:00 Uhr beginnen zu lassen. Selbst wenn Sie nichts auf das Frühstück halten und sich dieses sparen, sollten Sie nach 18:00 Uhr nichts mehr essen.

Wirkungsweisen des intermittierenden Fastens

Die Wirkung der Warrior-Diät beruht im Wesentlichen auf einer Normalisierung des Blutzucker- bzw. des daran gekoppelten Insulinspiegels. Dadurch gerät der Körper zum Einen in die Fettverbrennung, zum anderen startet er Reparaturprozesse (Zellregeneration). Der Somatropinspiegel (Wachstumshormon) steigt um das bis zu Fünffache. Dies führt zu gesteigerter Fettverbrennung und schnellerem Muskelwachstum. Reparaturprozesse in den Zellkernen können sogar Krankheiten wie Krebs präventiv entgegenwirken.
Wie schon erwähnt ist ein längeres nahrungsfreies Intervall für die Wirkung der Diät günstig. Dies liegt vor allem daran, dass die Normalisierung des Insulinspiegels und die entsprechende Insulinkurve ca. 8 Stunden benötigen. Bei einem 12stündigen Intervall sind die genannten Vorteile also ca. 4 Stunden am Wirken, bei einem 16stündigen Intervall immerhin schon 8 Stunden!

Es hat sich gezeigt, dass 18:00 Uhr eine günstige Zeit ist, um keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Verdauungsorgane ihr „energetisches Hoch“ während der Morgenstunden bis zur Mittagszeit haben (https://www.carstens-stiftung.de/artikel/die-chinesische-organuhr.html). Es macht also wenig Sinn, energetisch „schlaffe“ Organe mit Nahrung zur konfrontieren. Im Gegenteil: Die Schlafqualität wird dann deutlich schlechter, und ein gestörter Stoffwechsel kann die Folge sein.
Wenn wir diese Erkenntnis mit der Warrior-Diät verbinden, haben wir schon ein gutes Intervall erreicht, wenn wir morgens um 07.00 oder um 08.00 Uhr das Frühstück zu uns nehmen. Bedenkt man, dass von diesem Intervall ca. 7 – 8 Stunden auf die Schlafenszeit fallen, dann ist das Ganze auch gar nicht schwierig durchzuhalten.

Wichtig ist, in der Fastenzeit genügend zu trinken. Warum? Weil der Ab- und Umbaustoffwechsel recht aktiv ist und bei dem Abbau von Zellen immer auch gespeicherte Giftstoffe freigesetzt werden. Besonders Fettzellen sind als Depot für schlechte Stoffe bekannt. Wasser dient den Ausscheidungsorganen wie Niere und Leber als Lösungsmittel. Daher kann der ausreichende Konsum von Wasser die Ausscheidung positiv unterstützen. Daneben führt eine gesteigerte Wasseraufnahme zur besseren Fettverbrennung.

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