Never change a winning team…

Von Zeit zu Zeit frage mich als Yogalehrerin immer mal wieder, ob eine Routine in der Yogapraxis eigentlich langweilig werden muss. Seit 13 Jahren begleiten mich Sonnengrüße, herab- und heraufschauende Hunde, Bäume, unzählige Krieger in den verschiedensten Ausführungen und viele andere Haltungen sowie Atemtechniken (Pranayama) sowie meine Meditationspraxis. Sie alle umgeben mich wie gute Freunde und sind genauso verlässlich und inspirierend. Wenn auch mal etwas Neues dazukommt, so ist es doch, als würde ich gute Bücher wieder und wieder lesen. Oft darüber nachgedacht, gerade in Bezug auf meinen Unterricht, habe ich in den letzten Wochen ein Ritual mit einer lieben Freundin entwickelt. Dienstags für ca. 40 Minuten trinken wir gemeinsam einen Kaffee oder Tee in einem kleinen Kirchengarten. Es ist ein unkompliziertes Miteinander, bei dem wir die kleinen und großen Fragen unseres Lebens besprechen, uns trösten, miteinander lachen und uns inspirieren. Die Uhrzeit steht fest, weil es anders nicht machbar ist, wir entscheiden uns meistens für denselben Latte Macchiato, weil es gerade so gut tut, wir sitzen an ein und demselben Platz, weil der Garten klein ist. Und?…wirst du dich jetzt fragen…Was passiert dann? Nichts…die liebgewordene Routine hilft uns, uns treiben zu lassen, und aus 40 Minuten werden gefühlte Stunden. Es ist großartig, befreiend und so verlässlich. Zurück auf meiner Matte habe ich mich direkt am nächsten Tag dafür bedankt, dass ich sie nur ausrollen muss und den Alltag Alltag sein lassen darf. In dem Moment, in dem ich mich auf meine Matte begebe, betrete ich ein energetisches Feld, das über lange Zeit von vielen großen Yogis aufgebaut und gehütet wurde und von Generation zu Generation weiter gegeben wird. Es ist wie ein nach Hause kommen. Die Haltungen, auch wenn sie heißen, wie sie heißen, fühlen sich jedes Mal anders an, denn sind wir mal ehrlich, kein Tag gleicht dem anderen. Das macht es uns möglich, immer tiefer in unsere ganz individuelle Praxis einzutauchen. Wir bekommen die Chance, vermeintlich gleiche Praktiken aus unterschiedlichen Blickwinkeln wahrzunehmen. Dadurch entwickelt sich ein Vertrauen und lässt uns zu wahren Kennern unseres Selbst werden. Ein weiterer besonderer Aspekt ist, dass wir unseren Geist viel schneller eingefangen bekommen und beruhigen können, wenn wir uns auf einen roten Faden verlassen können. Dann sind auch mal Ausnahmen viel besser zu genießen, die die bekannte Regel bestätigen.

Ein verlässliches Namasté,

Michaela Wendt

 

Du magst vielleicht auch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.