Es weihnachtet…finde deine Balance unter dem Weihnachtsbaum

Die Weihnachtszeit ist jedes Jahr eine besondere Zeit. Zum einen ist sie besonders turbulent und wird von allzu vollen Terminkalendern beherrscht. Zum anderen laden lieb gewonnene Traditionen zum Innehalten und fröhlichem Miteinander ein. Die Balance zu finden zwischen Glühwein, Kekse backen und anderen festlichen Aktivitäten und dem Wunsch nach besinnlichen Momenten, kann eine Herausforderung sein. 

Im Yogasutra des Patanjali, einem indischen Weisen, der vor mehr als 2000 Jahren gelebt haben soll, gibt es den Hinweis auf Pratyahara. Pratyahara ist das Zurückziehen der Sinne. Wie eine Schildkröte sich in den Panzer zurückzieht, nehmen auch wir unsere nach außen gerichtete Wahrnehmung in unser Inneres zurück. Energie, die unkontrolliert nur im Außen stattfindet lässt uns mit der Zeit ausbrennen und den Alltag als viel zu anstrengend wahrnehmen und das nicht nur im Dezember. 

Eine schöne Übung ist der Baum, der auf Sanskrit Vrksasana  genannt wird. Es ist eine Balancehaltung, die auf einem Bein ausgeführt wird und uns dabei hilft sowohl Kraft und Konzentration als auch Gelassenheit zu entwickeln hilft. Es ist eine Gelegenheit auf unserer Yogamatte für die Herausforderungen im Leben zu arbeiten und zu lernen. Wenn wir üben im Baum zu stehen und dies mit einer entspannten Geisteshaltung tun, dann werden wir uns mit der Zeit auch in alltäglichen Situationen an diese besondere Geisteshaltung erinnern und können im besten Fall neutral und ruhig auf unsere Umwelt reagieren.

Um den Baum auszuprobieren suchst du dir einen ruhigen Ort und stellst dich mit hüftbreitgeöffneten Beinen aufrecht hin. Die Schultern sind entspannt und die Augen für einen Moment geschlossen, um die Wahrnehmung ins Innere zu lenken. Verlagere dein Gewicht auf das rechte Bein und lege die linke Fußsohle an die rechte Beininnenseite. Die Höhe bestimmst du selbst. Vielleicht liegt die linke Fußsohle am rechten inneren Fußknöchel oder an der Unterschenkelinnenseiteoder oberhalb des Knies an der Oberschenkelinnenseite. Achte darauf, dass der Fuß Ihres Standbeinsdas Körpergewichtgleichmäßig trägt. Nimm dir bewusst Zeit, um deinen ganzen Fuß auf dem Boden zu spüren. Drücke sanft das Standbein gegen den Fuß des angewinkelten Beines, das hilft dir noch mehr in die Körpermitte zu finden. Bringe deine Hände aneinandergelegt vor das Brustbein und versuche die Balance für fünf tiefe und gleichmäßige Atemzüge zu halten. Solltest du die Balance verlieren, dann lächle und versuche es erneut, ohne dich zu ärgern. Danach wechselst du die Beinseite. Lege dich danach für ein paar Minuten auf den Rücken und lasse die Haltung nachwirken…ein balanciertes Namasté

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Tanzende Blätter

Mittlerweile ist es November und ich bin dieses Jahr sehr fasziniert, wie bunt und leuchtend die Bäume immer noch aussehen. Umherwirbelnde Blätter erinnern mich täglich an durch die Luft fliegendes Konfetti. Und gerade in den letzten Wochen wurde mir von unterschiedlichen Menschen, mit unterschiedlichen Geschichten immer wieder erzählt wie wild und wuselig sich ihr Leben gerade anfühle. Wie umherwirbelnde Blätter.

Zerrissen, traurig und schnelllebig scheint die Alltagsenergie zu sein. Nicht, dass alles nur traurig wäre, aber so richtig fröhlich und befreit erlebe ich momentan die wenigsten. Und natürlich kenne auch ich diese Moment, in denen ich mir die Decke am liebsten ganz über den Kopf ziehen möchte. Wenn ich davon erzähle, dann sind viele irritiert, weil davon ausgegangen wird, dass ich 24 Stunden die gut gelaunte Ruhe selbst sein müsste. Aber solange wir auf dieser Welt inkarniert sind leben wir in der Dualität, die uns, egal wie spirituell wir sind, immer wieder mit neuen Aufgaben konfrontiert. Das innere Wachstum hört nie auf und das ist auch gut so. Denn wenn wir es mal positiv betrachten, dann haben wir gerade dieses Leben geschenkt bekommen, um uns zu entwickeln und unsere Seele weiterzubringen. Wenig Zeit für große Aufgaben. Je neugieriger wir die täglichen Herausforderungen anschauen, umso spannender und transformierender können wir sie erleben. Tatsächlich ist dabei die regelmäßige Yogapraxis hilfreich. Wir lernen auf der Matte bewusst zu atmen und werden mit Haltungen konfrontiert, die innerlich und äußerlich mit uns etwas machen. Das bedeutet, dass jede Haltung (Asana) Gefühle in uns auslöst. Auf einige Haltungen freuen wir uns und anderen stehen wir mehr als skeptisch gegenüber. Wir haben vielleicht Angst, dass wir uns verletzen könnten oder werden durch die Haltungen an Lebensumstände erinnert oder empfinden sie einfach nur nicht angenehm genug. Genau diese Haltungen enthalten viel Potential für unser Wachstum.

Ich erinnere mich dabei an meinen ersten Handstand in einer meiner ersten Yogastunden. Als die Ansage kam, wir mögen unsere Hände auf der Matte plazieren und uns entspannt in die Höhe schwingen, hätte ich meine Matte am Liebsten sofort für immer eingerollt. Ich entschied mich zu bleiben. Schritt für Schritt habe ich mich letztendlich mit dem Asana auseinandergesetzt. Der Handstand gehört bis heute nicht zu meinen Lieblingshaltungen, aber das sieht beim Hemdenbügeln ähnlich aus und trotzdem mache ich es. Innehalten, die Ruhe bewahren,  loslassen und dann tun, was zu tun ist…Moment, für Moment. Die Kunst besteht dabei nicht darin im Handstand oder einer anderen für uns spektakulär empfundenen Haltung zu stehen, sondern eine entspannte Geisteshaltung zu kultivieren. Das Leben zu meistern, und das beste aus jedem Moment machen, das ist es was zählt. Und dankbar für jeden Moment zu sein, den wir erleben dürfen. Wenn wir dann durch die tanzenden Blätter erinnert werden, dass es nun langsam Winter wird, dann können wir uns entscheiden, ob wir dem Sommer nachtrauern oder dankbar für die bunten Farben und das goldenen Licht sind…ein herbstliches Namasté

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Intermittierendes Fasten

„Ich überlege noch, worauf ich in der Fastenzeit verzichten will. Ich denke, es werden wohl Weltraumspaziergänge.“

Dieser Spruch ist uns neulich ins Auge gefallen, und wir mussten wirklich lachen, denn wir alle kennen das. Wir wissen, es wäre besser für uns, wenn wir uns gesünder ernähren, mehr bewegen und erholsam schlafen. Trotzdem finden wir alle möglichen sinnigen und unsinnigen Ausreden, wenn es darum geht, wirklich damit anzufangen. Nichtsdestotrotz kann es sich für uns lohnen, unseren inneren Schweinehund zu besiegen.

Als Fasten wird die völlige oder teilweise Enthaltung von allen oder bestimmten Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg, üblicherweise für einen oder mehrere Tage, bezeichnet. Beim intermittierenden Fasten – auch Warrior-Diät genannt – geht es dagegen um einen bestimmten Essrhythmus, d.h., es geht nicht um den völligen Verzicht, sondern vielmehr darum, zu bestimmten Zeiten bzw. in bestimmten Abständen zu essen.

Die Regeln des intermittierenden Fastens

1. In einem Zeitfenster von mindestens 12 Std. wird nichts zu sich genommen. Ausnahme ist stilles Wasser.
2. Je größer das Intervall, desto besser die Ergebnisse: also 14 oder 16 Stunden Fastenzeit bringt „bessere“ Ergebnisse als 12 Std.
3. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, das Intervall (spätestens) um 18:00 Uhr beginnen zu lassen. Selbst wenn Sie nichts auf das Frühstück halten und sich dieses sparen, sollten Sie nach 18:00 Uhr nichts mehr essen.

Wirkungsweisen des intermittierenden Fastens

Die Wirkung der Warrior-Diät beruht im Wesentlichen auf einer Normalisierung des Blutzucker- bzw. des daran gekoppelten Insulinspiegels. Dadurch gerät der Körper zum Einen in die Fettverbrennung, zum anderen startet er Reparaturprozesse (Zellregeneration). Der Somatropinspiegel (Wachstumshormon) steigt um das bis zu Fünffache. Dies führt zu gesteigerter Fettverbrennung und schnellerem Muskelwachstum. Reparaturprozesse in den Zellkernen können sogar Krankheiten wie Krebs präventiv entgegenwirken.
Wie schon erwähnt ist ein längeres nahrungsfreies Intervall für die Wirkung der Diät günstig. Dies liegt vor allem daran, dass die Normalisierung des Insulinspiegels und die entsprechende Insulinkurve ca. 8 Stunden benötigen. Bei einem 12stündigen Intervall sind die genannten Vorteile also ca. 4 Stunden am Wirken, bei einem 16stündigen Intervall immerhin schon 8 Stunden!

Es hat sich gezeigt, dass 18:00 Uhr eine günstige Zeit ist, um keine feste Nahrung mehr zu sich zu nehmen. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Verdauungsorgane ihr „energetisches Hoch“ während der Morgenstunden bis zur Mittagszeit haben (https://www.carstens-stiftung.de/artikel/die-chinesische-organuhr.html). Es macht also wenig Sinn, energetisch „schlaffe“ Organe mit Nahrung zur konfrontieren. Im Gegenteil: Die Schlafqualität wird dann deutlich schlechter, und ein gestörter Stoffwechsel kann die Folge sein.
Wenn wir diese Erkenntnis mit der Warrior-Diät verbinden, haben wir schon ein gutes Intervall erreicht, wenn wir morgens um 07.00 oder um 08.00 Uhr das Frühstück zu uns nehmen. Bedenkt man, dass von diesem Intervall ca. 7 – 8 Stunden auf die Schlafenszeit fallen, dann ist das Ganze auch gar nicht schwierig durchzuhalten.

Wichtig ist, in der Fastenzeit genügend zu trinken. Warum? Weil der Ab- und Umbaustoffwechsel recht aktiv ist und bei dem Abbau von Zellen immer auch gespeicherte Giftstoffe freigesetzt werden. Besonders Fettzellen sind als Depot für schlechte Stoffe bekannt. Wasser dient den Ausscheidungsorganen wie Niere und Leber als Lösungsmittel. Daher kann der ausreichende Konsum von Wasser die Ausscheidung positiv unterstützen. Daneben führt eine gesteigerte Wasseraufnahme zur besseren Fettverbrennung.

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