Alle Jahre wieder

Ich bin jedes Jahr wieder überrascht, wie früh ich in den Geschäften Lebkuchen, Christstollen und andere weihnachtliche Produkte kaufen könnte.  Ich schreibe bewusst könnte, weil es für mich unvorstellbar ist, bereits Anfang September über Adventstee und Spekulatius nachzudenken. Nun ist es mittlerweile Mitte November und um mich herum, in meinem Bekannten- und Freundeskreis ist eine gewisse Unruhe spürbar. Die Jagd nach Geschenken hat begonnen und damit einer der stressigsten Zeiten des Jahres. Ich erinnere mich, dass mein Vater die Weihnachtszeit nie mochte, weil er das Schenken als sehr anstrengend empfand. In meiner Familie haben wir deshalb vor vielen Jahren beschlossen, nur noch unseren Kindern eine Kleinigkeit zu schenken. Das bedeutet nicht, dass uns der andere ein Geschenk nicht wert ist, aber der Trubel rund um Materielles schien uns einfach nicht sinnvoll.
Was wir innerhalb unserer Familie allerdings gerne tun, ist uns gegenseitig zu helfen. Ganz nach dem Motto „Einer für alle und alle für einen“, können wir uns alle aufeinander verlassen und sind das ganze Jahr füreinander da…was für ein Geschenk!!

Es gibt im Hinduismus den Karma Yoga. Karma Yoga ist das selbstlose Handeln, bei dem wir unser tägliches Tun dem Göttlichen widmen, ohne dafür etwas zu erwarten. Wir handeln aus der tiefe unseres Herzens und erfreuen uns daran zu tun, was zu tun ist. Dafür brauchen wir keinen Dank, keinen materiellen Ausgleich und vor allem kein Lob.
Wir schenken unser Handeln mit Liebe und Demut vor der Schöpfung, ganz egal, ob wir Geschirr spülen, unserer beruflichen Arbeit nachgehen oder ein Hobby ausüben. Das Wohl des anderen und des großen Ganzen liegt uns am Herzen.

Aus diesem Grund haben wir uns als Praxisteam dieses Jahr für eine besondere vorweihnachtliche Aktion entschieden. Anstatt uns täglich etwas aus dem Adventskalender zu nehmen, möchten wir täglich etwas geben und haben die „Suspended Osteopathy Aktion“ ins Leben gerufen. Vielleicht kennst du das Angebot einiger Cafés des „Suspended Coffees“. Du trinkst einen Kaffee und bezahlst zwei und wenn jemand sich einen Kaffee nicht leisten kann, dann hast du ihn schon bezahlt. Wir wünschen uns, dass die Vorweihnachtszeit genutzt wird, um durch Spenden vielen Menschen, zum Beispiel alleinerziehenden Müttern und Vätern, Rentnern und Arbeitssuchenden, eine osteopathische Behandlung zu ermöglichen. Am Ende der Adventszeit wird es mit unser aller Hilfe möglich sein, Terminanfragen an Menschen vergeben zu können, die sonst nicht hätten kommen können. Wenn du etwas für dieses Projekt geben möchtest, dann informiere dich gerne auf www.betterplace.me/suspended-osteopathy oder sprich uns in der Praxis jederzeit gerne an.

Wenn ich etwas besonders am Karma Yoga, dem selbstlosen Geben oder Handeln liebe, dann sind es die berührenden Momente, die sich daraus ergeben. Füreinander da zu sein, dass schafft nicht nur Nähe, sondern macht unser aller Leben auch ein Stück weit leichter…ein berührtes Namasté

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Eine Reise die ist lustig

Ob privat oder geschäftlich den Ort zu wechseln, sprich zu verreisen, lässt viele Augen strahlen. Es gibt so unendlich viel Neues zu entdecken, was unseren inneren Horizont im besten Fall erweitert. Und auch der Dalai Lama rät, man solle mindestens einmal im Jahr einen Ort aufsuchen an dem man noch nie zuvor gewesen ist. Die Vorfreude wächst, Taschen und Koffer werden gepackt und die Tage runtergezählt. Und dann steht man am Abreisetag vor seinen Lieben, dreht sich um und geht in die Ungewissheit, in eine andere Welt. Zurückbleiben die Menschen, die man so sehr liebt, Familie und Freunde.

Ich musste gerade feststellen, dass das Zurückbleiben ebenfalls einer Reise gleichkommt. Eine Reise, die uns tief in unser Inneres führt, weil wir mit unseren eigenen Gefühlen in Kontakt kommen. Letztendlich bekommen wir Gelegenheit, noch tiefer in uns selbst zu schauen. Wir bringen auf eine gewisse Weise Licht in Bereiche, die wir vielleicht gar nicht wahrnehmen oder sehen wollten. Sie ploppen mal kontrollierter und mal unkontrollierter an die Bewusstseinsoberfläche, wie Kohlensäurebläschen in einem Sektglas. Es ist jetzt an uns zu entscheiden, was wir daraus machen. Verkriechen und hoffen, dass es vorbeigeht, dass ist eine Option. Die andere Option könnte uns helfen, noch mehr von uns selbst zu erfahren und gegebenenfalls sogar in uns schlummernde Muster zu enttarnen und für immer aufzulösen. Es ist das achtsame Draufschauen. Gerade in den Momenten, wenn wir das Gefühl haben, dass es besonders kompliziert erscheint, wäre es gut innezuhalten und wenn es geht, in uns hinein zu spüren. Wir können unser Gefühl dann in einem ruhigen Moment befragen, auch wenn sich das jetzt etwas befremdlich anhört. „Was möchtest du mir sagen?“, „Was kann ich tun, damit du dich auflöst?“, „Du hast mir lange Zeit gedient, nun darf ich dich loslassen.“ Vielleicht ist es nicht für jeden in jeder Situation möglich, aber wenn wir uns Stück für Stück darauf einlassen unseren eigenen Gefühlen ins Gesicht zu schauen, hören wir auf sie zu verdrängen. Aus der Stille heraus kommen Antworten, die uns helfen können loszulassen.

Aus reisenden Aspekten, ist es wie eine geführte Tour in unser eigenes Inneres, wo wir viel zu sehen bekommen und große Erfahrungsschätze bergen können. Wenn wir dann am Flughafen stehen und unseren lieben Reisenden wieder in die Arme nehmen, können wir uns von Herzen mit ihm freuen und uns die interessanten Geschichten aus fernen Ländern entspannt anhören…ein entdeckendes Namasté

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Aber morgen ganz bestimmt ;)

Wer kennt ihn nicht, den inneren Schweinehund. Wie ein treues Haustier schleicht er täglich um uns herum und hat leider auch vor unserer Yogamatte keinen Respekt. Im Gegenteil. Haben wir abends noch den guten Vorsatz unseren Wecker 30 Minuten früher als sonst zu stellen, um ein paar Sonnengrüße zu üben und vielleicht ein paar Minuten zu meditieren, sieht es morgens um 5 Uhr schon ganz anders aus. Der innere Schweinehund liegt wie aus dem Nichts neben uns im Bett und drückt im Fünf-Minutentakt die Snoozle-Taste. Wir denken uns, dass wir unser Vorhaben einfach auf morgen verschieben, drehen uns um und schlafen weiter. Auch ich kenne hin und wieder dieses Gefühl, dass alles wichtiger im Leben scheint, als die Yogamatte auszurollen, obwohl ich doch weiß, wie gut mir meine eigene Praxis tut.

An solchen Tagen trickse ich das süße Tierchen einfach aus, indem ich den ganzen Tag zu meiner Übungspraxis ernenne. Im Bett setze ich eine Intention für den Tag. Das bedeutet, dass ich meinen Tag jemandem oder etwas widme, dann habe ich gleich eine innere Ausrichtung. Mit dem Aufstehen nutze ich jede Gelegenheit, um achtsam und bewusst atmend den Alltag zu leben und immer wieder auch Yogahaltungen einfließen zu lassen. Beim Zähneputzen stehe ich gerne im Baum (Vrksasana) und föhne die Haare in der gegrätschten Vorwärtsbeuge (Prasaritta Padottanasana). Auf das Teewasser warte ich im gedrehten Stuhlsitz (Parivrtta Utkatasana) und halte für ein paar Atemzüge inne, wenn ich unseren Kater von seiner nächtlichen Tour reinlasse. Auf dem Schreibtischstuhl kann man hervorragend den Drehsitz (Ardha Matsyendrasana) üben und die Treppe Schritt für Schritt ganz achtsam hinaufgehen. Telefonate werden den ganzen Tag über mit voller Aufmerksamkeit erledigt, wie möglichst alles andere auch. Wie oft tun wir mehrere Dinge gleichzeitig und haben am Ende doch nur die Hälfte geschafft. Den dabei verlegten Schlüssel zu suchen, dass kostet nochmal extra Energie. Nach einem langen Tag auf den Beinen sitze ich gerne auf dem Wohnzimmerboden und erledige meine Post. Erst einmal unten angekommen ergeben sich aus einem körperlichen Bedürfnis heraus die nächsten Haltungen. Vielleicht beugst du dich über deine gestreckten Beine nach vorne und dehnst dabei deine Beinrückseiten (Parsvottanasana). Fühle dabei in dich hinein, was sich für dich gerade gut anfühlt, um den Tag hinter dir lassen zu können.

Ich beende meinen Tag gerne mit einem Blick in den Sternenhimmel und einigen meditativen Minuten. Im Bett kannst du deine Atmung noch einmal bewusst beobachten und freust dich dann, dass morgen alles anders werden kann und nichts zu ernst genommen werden sollte….ein optimistisches Namasté

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Happy Birthday

 


Om Tryambakam Yajāmahe

Sugandhim Pushtivardhanam
Urvārukamiva Bandhanān
Mrityor Mukshīya Māamritāt

Wir verehren die höchste kosmische Wirklichkeit,
die überallhin ausstrahlt und das Wohlergehen aller Wesen bewirkt.
Möge diese höchste Wirklichkeit uns innerlich reifen lassen,
sodass wir die höchste Unsterblichkeit erfahren.

Der Oktober ist für mich immer ein besonderer Monat, weil viele Herzensmenschen von mir Geburtstag haben.
Die besondere Atmosphäre dieses Monats, das bunt der Blätter, die kühlere Luft und das bezaubernde Licht, scheint allen Geburtstagskindern eine besonders schöne Zeit machen zu wollen. Als würde das Leben selbst noch einmal feiern, bevor die Winterruhe kommt.

Gewöhnlich backen wir unseren Liebsten am Geburtstag einen Kuchen, zünden Kerzen an und singen ein Geburtstagslied. Auf meinem Yogaweg durfte ich das Tryambakam Mantra kennenlernen. Es ist ein wunderschönes Mantra, welches gerne an Geburtstagen gechantet (gesungen) wird, weil es als Schutz-, Heil- und Segensmantra gilt.
Das Maha Mritynjaya Mantra, wie es auch genannt wird, ist eines der ältesten und kraftvollsten Mantren. Gechantet soll es uns helfen die Angst vor dem Tod zu überwinden. Die Erkenntnis, dass unsere Seele, unser Atman, unsterblich ist, kann in uns einen tiefen, kraftvollen Frieden entstehen lassen. Für mich bedeutet das Fliegen im Flugzeug immer ein bisschen Stress, weil ich doch lieber mit den Füßen auf dem Boden stehe. Deshalb habe ich mir angewöhnt, dass Tryambakam Mantra während der Reise zu rezitiere und spüre dann immer schnell die beruhigende Wirkung, die es auf mich hat.

Ein besonders schöner Gedanke ist, dass wir lieben Menschen über die Entfernung Kraft, Liebe und einen Segen schicken können, wenn wir es unserem Herzensmenschen widmen.

Wenn du neugierig geworden bist, dann stöbere im Internet nach deiner Lieblingsversion, setze dich an einen ruhigen Ort und lasse dich von diesem kraftvollen Mantra tragen oder singe es an einem der nächsten Geburtstage einfach mal  für deinen Herzensmenschen…ein glückwünschendes Namasté

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