„Beeile dich langsam“

Das neue Jahr ist angebrochen und ich wünsche auf diesem Weg noch einmal allen Leserinnen und Lesern ein wundervolles neues Jahr!

Ein Neustart bedeutet für viele von uns, dass es jetzt so richtig losgehen muss. Hoch motiviert versucht ein jeder die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen und das führt dann in den meisten Fällen schon in den ersten Januar-Wochen zu erheblichem Druck. Wir dürfen nicht vergessen, dass für unseren Organismus Winter ist und auch, wenn wir in unseren Breitengraden noch nicht unter einer weißen Schneedecke liegen, ist es die Zeit der Ruhe und inneren Einkehr. Das Ende des Jahres und der Januar sind aus energetischen Gesichtspunkten die weiblichste Zeit des Jahres. Während im Sommer die nach außen orientierte männliche Yang-Energie vorherrscht, stehen wir momentan unter dem Einfluss der nach innen gerichteten weiblichen Yin-Energie.

Wenig Sonnenlicht, das nasskalte Wetter, die vielen Feiertage, mit oftmals zu viel Essen und nur wenig Bewegung, geben uns schnell das Gefühl von sowohl körperlicher als auch geistiger Schwere. Diese Umstände machen ein konsequentes Umsetzen von unseren guten Vorsätzen noch schwerer und so ist es nicht verwunderlich, dass die Sporttasche meistens schon Anfang Februar wieder ungenutzt im Keller steht.

Das muss nicht zwangsläufig so sein. In dieser Zeit kann uns YinYoga jetzt wohltuend unterstützen. Anstatt sich fließend von einer Haltung in die nächste zu begeben, nehmen wir nacheinander verschiedene Haltung ein und halten diese passiv zwischen drei und zehn Minuten, je nach Intensität und körperlichen Verfassung. Hilfsmittel können dabei individuell genutzt werden, um den Körper bei der Entspannung zusätzlich zu unterstützen.

Wir dehnen beim YinYoga das fasziale Gewebe, das sich durch unseren gesamten Körper zieht und uns Stabilität und Geschmeidigkeit verleiht. Ist es elastisch und wird es gut mit Nährstoffen versorgt, fühlen wir uns in unseren Bewegungen wohl. Ein weiterer wohltuender Aspekt ist, dass wir unser Nervensystem mit den Haltungen positiv beeinflussen und unsere Stresshormone reduzieren. Dadurch fühlen wir uns nicht nur entspannter und gelassener, wir schlafen auch wieder besser, fühlen uns kraftvoller und unterstützen unser Immunsystem.

Außerdem spricht der YinYoga unsere Meridiane an. Meridiane sind aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt und leiten die Lebensenergie, das sogenannte Chi, durch unseren ganzen Körper. Wenn diese Energiebahnen frei von Blockaden sind, dann fühlen wir uns gesund und lebendig. Jede YinYoga-Haltung ist einem bestimmten Meridian zugeordnet, sodass wir gezielt mit einzelnen Haltungen unser Wohlbefinden beeinflussen können.

YinYoga ist jederzeit eine wunderbare Ergänzung zu den dynamischen Yogastilen und so ist es nicht verwunderlich, dass es eine Vielzahl an Büchern zu kaufen gibt. Für den Anfang empfehle ich allerdings immer gerne den Besuch eines Yogakurses. Die Tipps und Hilfestellungen einer Yogalehrerin oder eines Yogalehrers werden dir helfen, schnell eine eigene Übungspraxis für zuhause aufzubauen.

Eine kuschelige Winterzeit und Namasté

Michaela Wendt

 

 

Weiterlesen

Es weihnachtet…finde deine Balance unter dem Weihnachtsbaum

Die Weihnachtszeit ist jedes Jahr eine besondere Zeit. Zum einen ist sie besonders turbulent und wird von allzu vollen Terminkalendern beherrscht. Zum anderen laden lieb gewonnene Traditionen zum Innehalten und fröhlichem Miteinander ein. Die Balance zu finden zwischen Glühwein, Kekse backen und anderen festlichen Aktivitäten und dem Wunsch nach besinnlichen Momenten, kann eine Herausforderung sein. 

Im Yogasutra des Patanjali, einem indischen Weisen, der vor mehr als 2000 Jahren gelebt haben soll, gibt es den Hinweis auf Pratyahara. Pratyahara ist das Zurückziehen der Sinne. Wie eine Schildkröte sich in den Panzer zurückzieht, nehmen auch wir unsere nach außen gerichtete Wahrnehmung in unser Inneres zurück. Energie, die unkontrolliert nur im Außen stattfindet lässt uns mit der Zeit ausbrennen und den Alltag als viel zu anstrengend wahrnehmen und das nicht nur im Dezember. 

Eine schöne Übung ist der Baum, der auf Sanskrit Vrksasana  genannt wird. Es ist eine Balancehaltung, die auf einem Bein ausgeführt wird und uns dabei hilft sowohl Kraft und Konzentration als auch Gelassenheit zu entwickeln hilft. Es ist eine Gelegenheit auf unserer Yogamatte für die Herausforderungen im Leben zu arbeiten und zu lernen. Wenn wir üben im Baum zu stehen und dies mit einer entspannten Geisteshaltung tun, dann werden wir uns mit der Zeit auch in alltäglichen Situationen an diese besondere Geisteshaltung erinnern und können im besten Fall neutral und ruhig auf unsere Umwelt reagieren.

Um den Baum auszuprobieren suchst du dir einen ruhigen Ort und stellst dich mit hüftbreitgeöffneten Beinen aufrecht hin. Die Schultern sind entspannt und die Augen für einen Moment geschlossen, um die Wahrnehmung ins Innere zu lenken. Verlagere dein Gewicht auf das rechte Bein und lege die linke Fußsohle an die rechte Beininnenseite. Die Höhe bestimmst du selbst. Vielleicht liegt die linke Fußsohle am rechten inneren Fußknöchel oder an der Unterschenkelinnenseiteoder oberhalb des Knies an der Oberschenkelinnenseite. Achte darauf, dass der Fuß Ihres Standbeinsdas Körpergewichtgleichmäßig trägt. Nimm dir bewusst Zeit, um deinen ganzen Fuß auf dem Boden zu spüren. Drücke sanft das Standbein gegen den Fuß des angewinkelten Beines, das hilft dir noch mehr in die Körpermitte zu finden. Bringe deine Hände aneinandergelegt vor das Brustbein und versuche die Balance für fünf tiefe und gleichmäßige Atemzüge zu halten. Solltest du die Balance verlieren, dann lächle und versuche es erneut, ohne dich zu ärgern. Danach wechselst du die Beinseite. Lege dich danach für ein paar Minuten auf den Rücken und lasse die Haltung nachwirken…ein balanciertes Namasté

Weiterlesen

Advent, Advent…

Morgen ist es soweit und die Adventszeit beginnt. Als Kinder haben meine Schwester und ich uns immer so sehr auf diese besonderen Wochen im Jahr gefreut. Morgendliche Adventsgeschichten am Frühstückstisch, Clementinenduft im Haus und Mamas selbstgemachter Adventskalender. Zwei größere Holzplatten waren von meiner Mutter mit rotem und blauem Filz bezogen und mit liebevollen Filzmotiven beklebt. An kleinen goldenen Ringen hingen für jede von uns 24 schön eingepackte Päckchen. In der Nacht auf den ersten Dezember wurden sie in unserem Zimmer aufgehängt, während wir schliefen. Meine Schwester und ich stellten uns immer vor, dass es die Engel des Weihnachtsmanns waren. Es hatte etwas Magisches und die kleinen Köstlichkeiten schmeckten besonders.
Nun mache ich seit 16 Jahren Adventskalender und freue mich jedes Jahr sehr, dieses  Gefühl weitergeben zu dürfen.
Wie kleine Schätze werden die Päckchen von unseren Söhnen immer behandelt und das glitzernde Papier zum Teil aufbewahrt.

„Sind eure Jungs aus dem Alter nicht langsam raus?“, fragte mich vor einigen Wochen eine Bekannte. Ich musste an diesem Abend lange über diese Frage nachdenken. Nicht, ob es diese Jahr wieder 48 Päckchen geben sollte, sondern darüber, wer eigentlich bestimmt, wann wir keine Kinder mehr sind. Freuen wir uns nicht, wenn uns ein Kaffee, Tee oder leckeres Essen zubereitet wird? Entspannt nicht schon der Gedanke, dass uns die Wärmflasche im Bett erwartet? Vorbereitet von einem lieben Menschen? Pausenbrote schmecken in jedem Alter gleich viel köstlicher, mit dem Gedanken, dass sich Mama, Papa oder ein anderer lieber Mensch morgens um 6 Uhr Gedanken um einen gemacht hat. Als ich vor ein paar Tagen viel zu spät das Haus verließ, hatte mein lieber Mann die Windschutzscheibe meines kleinen Autos schon von einer frostigen Schicht befreit…was für eine Freude.

Es ist ja nicht so, dass wir unseren Alltag nicht auch alleine meistern könnten, aber mein inneres Kind wird in diesen Momenten immer sehr berührt. Ich finde es ist egal ob wir 5, 15, 45 oder 95 Jahre alt sind, um liebevoll bedacht und überrascht zu werden. Wir sollten nie zu alt sein, um uns ein Lächeln ins Gesicht und in unser Herz zaubern zu lassen. Gerade in diesen unruhigen Zeiten ist es meiner Meinung nach wichtiger denn je. Wenn wir es schaffen das innere Kind eines anderen zu berühren, dann geben wir ihm mehr als nur eine warme Mahlzeit oder die Möglichkeit, auf einer schon ausgerollten Matte, Yoga zu üben.
Wir zeigen unseren Mitmenschen viel mehr, dass wir sie wertschätzen, sehen und lieben. Die Vernunft darf dabei gerne mal außer Acht gelassen und dafür sollten Möglichkeiten geschaffen werden, die das innere Kind zum Lachen bringen und die Seele tanzen lassen.

Ein bisschen schmunzeln musste ich dann, als ich die besagte Bekannte vor ein paar Tagen beim Einkaufen wiedersah. Sie war noch auf der Suche nach ein paar letzten Kleinigkeiten für den Adventskalender ihres Mannes…ein adventliches Namasté

Weiterlesen

Alle Jahre wieder

Ich bin jedes Jahr wieder überrascht, wie früh ich in den Geschäften Lebkuchen, Christstollen und andere weihnachtliche Produkte kaufen könnte.  Ich schreibe bewusst könnte, weil es für mich unvorstellbar ist, bereits Anfang September über Adventstee und Spekulatius nachzudenken. Nun ist es mittlerweile Mitte November und um mich herum, in meinem Bekannten- und Freundeskreis ist eine gewisse Unruhe spürbar. Die Jagd nach Geschenken hat begonnen und damit einer der stressigsten Zeiten des Jahres. Ich erinnere mich, dass mein Vater die Weihnachtszeit nie mochte, weil er das Schenken als sehr anstrengend empfand. In meiner Familie haben wir deshalb vor vielen Jahren beschlossen, nur noch unseren Kindern eine Kleinigkeit zu schenken. Das bedeutet nicht, dass uns der andere ein Geschenk nicht wert ist, aber der Trubel rund um Materielles schien uns einfach nicht sinnvoll.
Was wir innerhalb unserer Familie allerdings gerne tun, ist uns gegenseitig zu helfen. Ganz nach dem Motto „Einer für alle und alle für einen“, können wir uns alle aufeinander verlassen und sind das ganze Jahr füreinander da…was für ein Geschenk!!

Es gibt im Hinduismus den Karma Yoga. Karma Yoga ist das selbstlose Handeln, bei dem wir unser tägliches Tun dem Göttlichen widmen, ohne dafür etwas zu erwarten. Wir handeln aus der tiefe unseres Herzens und erfreuen uns daran zu tun, was zu tun ist. Dafür brauchen wir keinen Dank, keinen materiellen Ausgleich und vor allem kein Lob.
Wir schenken unser Handeln mit Liebe und Demut vor der Schöpfung, ganz egal, ob wir Geschirr spülen, unserer beruflichen Arbeit nachgehen oder ein Hobby ausüben. Das Wohl des anderen und des großen Ganzen liegt uns am Herzen.

Aus diesem Grund haben wir uns als Praxisteam dieses Jahr für eine besondere vorweihnachtliche Aktion entschieden. Anstatt uns täglich etwas aus dem Adventskalender zu nehmen, möchten wir täglich etwas geben und haben die „Suspended Osteopathy Aktion“ ins Leben gerufen. Vielleicht kennst du das Angebot einiger Cafés des „Suspended Coffees“. Du trinkst einen Kaffee und bezahlst zwei und wenn jemand sich einen Kaffee nicht leisten kann, dann hast du ihn schon bezahlt. Wir wünschen uns, dass die Vorweihnachtszeit genutzt wird, um durch Spenden vielen Menschen, zum Beispiel alleinerziehenden Müttern und Vätern, Rentnern und Arbeitssuchenden, eine osteopathische Behandlung zu ermöglichen. Am Ende der Adventszeit wird es mit unser aller Hilfe möglich sein, Terminanfragen an Menschen vergeben zu können, die sonst nicht hätten kommen können. Wenn du etwas für dieses Projekt geben möchtest, dann informiere dich gerne auf www.betterplace.me/suspended-osteopathy oder sprich uns in der Praxis jederzeit gerne an.

Wenn ich etwas besonders am Karma Yoga, dem selbstlosen Geben oder Handeln liebe, dann sind es die berührenden Momente, die sich daraus ergeben. Füreinander da zu sein, dass schafft nicht nur Nähe, sondern macht unser aller Leben auch ein Stück weit leichter…ein berührtes Namasté

Weiterlesen